GA-Bericht zu den Vorbereitungen auf die Damensitzung

„Nichts geht mehr. Wir sind bis auf den letzten Platz ausverkauft“, sagt Isabel Henseler, Präsidentin des Damenkomitees Frohsinn Geislar. Die 288 Karten für die jährliche Sitzung in der Geislarer Sporthalle waren diesmal in wenigen Stunden weg. Der Andrang im Vorverkauf war zwar immer groß, doch ein paar Restkarten waren meist noch zu haben. Ein Grund dürfte das wachsende Interesse aus dem Neubaugebiet sein – die Integration der Zugezogenen scheint bei den Geislarer Frauen bestens zu funktionieren.

Trotz der großen Nachfrage kommt für das Damenkomitee ein zweiter Termin nicht infrage. Der Aufwand wäre schlicht zu hoch – auch körperlich. Die heiße Phase beginnt lange bevor die erste Rakete am Sitzungsabend folgt. Seit 25 Jahren findet die Sitzung am letzten Samstag vor Weiberdonnerstag statt, in diesem Jahr am 7. Februar. Viel Zeit für Aufbau und Generalprobe bleibt nicht:

Erst am Vortag, wenn der letzte Schulsport vorbei ist, dürfen die Frauen in die Halle. Dann verwandeln sie die Turnhalle mit vereinten Kräften in eine Festarena: Bühne, Theke mit Küchenanschluss, Stühle, Deko. Alle packen mit an – die 17 aktiven und fünf inaktiven Mitglieder, dazu Freunde, Partner, Familie und Helfer aus den Ortsvereinen. Erst wenn alles steht, erfolgt die stundenlange Generalprobe. Viele Handgriffe sitzen, dennoch verlangt der eng getaktete Ablauf Höchstleistung, wie Henseler berichtet. Ursprünglich veranstaltete das 1936 gegründete Komitee seine Sitzung an Weiberfastnacht. Weil die Mitglieder auch selbst feiern wollten und die Zahl der Besucherinnen sank, wechselten sie auf den Samstag. Kurz vor der Schließung der Traditionsgaststätte „Zur Eintracht“ zog das Komitee in die Turnhalle um – erst wegen der Größe der Halle mit Bauchschmerzen, dann mit wachsendem Erfolg. Seither ist der Zuspruch stetig gewachsen, auch über Beuel hinaus.

Rund sechs Stunden Programm organisieren die Geislarerinnen unter der Leitung der beiden Sitzungspräsidentinnen Isabel Henseler und Britta Schumacher jedes Jahr: Sketche, Tanzeinlagen, Auftritte der Wäscherprinzessin, der Beueler Stadtsoldaten und einer Showtanzgruppe aus der Eifel. Krönender Abschluss ist die Hitparade, bei der Rita Proenen als Ilja Richter die Klassiker großer Stars ansagt.

Hinter den Kulissen läuft vieles routiniert. Die Auflagen für Technik und Brandschutz steigen laut Henseler, manches muss neu kalkuliert werden. Ganz ohne Anpassung der Eintrittspreise gehe es daher nicht. Die Ideen für Sketche stammen aus eigenen Einfällen und gesammeltem Material. Daraus stellt Henseler mit Komiteeschwester Kerstin Malzer jedes Jahr rund zehn Nummern zusammen – ein Loriot-Sketch ist meist dabei. „Die Rollen sind offen, aber meist schnell vergeben“, sagt sie. Große Debatten um die Besetzung gibt es selten, lebhafter wird über die Kostüme diskutiert – die sind meist selbst gemacht.

Einmal im Jahr fährt das Damenkomitee zum Workshop. Dort werden Tischkarten gebastelt, Kostüme genäht und die Sitzung geplant. Besonders hilfreich: die „Manöverkritik“ zur letzten Session. „Würde es uns nicht so viel Spaß machen, würden wir das nicht tun“, sagt Henseler. Was beim Publikum ankommt, spüre man inzwischen ganz gut. „Aber eine Garantie ist das nie.“ Kleine Patzer nehmen die Frauen im Publikum mit Humor – sie feiern einfach mit.

Foto & Bericht: Doris S. Pfaff

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